Satelliten am nächtlichen Sommerhimmel entdecken

Aufnahme Daten 02 kl2Die lauen Sommernächte regen viele Menschen zu nächtlichen Himmelsbeobachtungen an. Bei angenehmen Temperaturen sind diese zwar bedeutend kürzer als im Winter, doch offenbaren sie ebenfalls vielfältige Erscheinungen, die aber nicht unbedingt alle astronomischer Natur sind. Vielfach ziehen Flugzeuge die Aufmerksamkeit auf sich, manchmal stören Wolken oder es flammt ein Wetterleuchten ferner Gewitter am Himmel. Ganz empfindlich stören den Menschen wie die Tiere und Pflanzen die künstlichen Beleuchtungen, die selbst in 100 km Entfernung die Stadt Berlin mit ihrer Lichthaube deutlich erkennen lassen. In den Wochen um Sommeranfang erhellen bei uns die Reststrahlen der untergegangenen Sonne den Horizont.

Das Sommerdreieck mit den Sternen Wega im Sternbild der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler dominiert an einem günstigen Beobachtungsort – fern von künstlichen Lichtquellen – mit dem matt leuchtenden Band der Milchstraße das Firmament. Der helle Jupiter hält sich weiter im Sternbild Jungfrau auf, während der Saturn im Schlangenträger recht tief gegen 2 Uhr MESZ in südlicher Richtung steht. Im Monat August sind sicher wieder die Sternschnuppen der Perseiden zu sehen, doch können immer sporadisch kleinere oder größere Meteoroide in die Erdatmosphäre eintauchen und beim Verglühen ihre charakteristischen Leuchtspuren hinterlassen.

Das spezielle Thema dieser Vollmondrunde am kommenden Dienstag werden Hinweise zur Beobachtung von Satelliten sein, besonders der Internationalen Raumstation, in der zurzeit fünf Raumfahrer ihre tägliche Schwerstarbeit verrichten. Die ISS hat eine recht große Helligkeit ähnlich wie die Venus, die ab ca. 3:30 Uhr MESZ am Morgenhimmel zu sehen ist. Andere Satelliten besitzen zwar nicht diese Helligkeit, sind aber durch ihre Bewegung unter den Sternen leicht zu erkennen und auch von den blinkenden Flugzeugen meist leicht zu unterscheiden. In einer Nacht können durchaus ein Dutzend und mehr dieser künstlichen Himmelskörper gesichtet werden. Andere Satelliten leuchten sehr hell auf, wenn die Sonnenstrahlen an den großen Solarzellenflächen reflektiert werden. Im Internet und über Apps kann man sich die Zeiten von Satellitenüberflügen und von sogenannten Flares leicht beschaffen. Mit einer digitalen Kamera gelingen Bilder der Lichtspuren von Satelliten, so dass es vielfältige Beobachtungsmöglichkeiten in einer Sommernacht gibt (s. Abbildung). Hinweise hierzu werden gegeben.

Alle sind herzlich zu dieser Vereinsveranstaltung der „Herzberger Sternfreunde“ e.V. eingeladen, um sich noch vor der Sommerpause Beobachtungsanregungen zu holen oder um selbst Fragen zu stellen und Neues aus der Erforschung des Weltalls zu erfahren. Der Eintritt ist frei, für Spenden zur Unterstützung der Arbeit sind die Mitglieder immer sehr dankbar. Am 5. September beginnt dann die nächste Vollmondrunden-Serie.

 

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